Folge 55 - Bestandsverkauf: Diese Vertragsklauseln können teuer werden

Shownotes

Wer seinen Maklerbestand oder sein Maklerunternehmen verkauft, trifft eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen seiner beruflichen Laufbahn. Doch der eigentliche Risikofaktor liegt oft nicht im Preis, sondern im Detail – genauer gesagt: im Kaufvertrag. In dieser Folge von „Volle Deckung“ sprechen wir - basierend auf einem Artikel von Ein Artikel von Andreas Grimm, Gründer des Resultate Institut, darüber, welche Klauseln beim Bestandsverkauf besondere Aufmerksamkeit verdienen, wie Käufer strategisch vorgehen und warum die Reaktion auf Gegenforderungen häufig mehr verrät als jede Formulierung im Vertrag. Sie erfahren, worauf Sie achten sollten, bevor Sie unterschreiben – und wie Sie Ihre Interessen wirksam schützen.

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Transkript anzeigen

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00:00:13: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Volle Deckung, dem Podcast von ASKOMPAKT für die Praxis der unabhängigen Vermittlerinnen und Vermittlern.

00:00:24: Wenn Sie darüber nachdenken Ihren Maklerbestand zu verkaufen oder die Nachfolge für Ihr Unternehmen zu regeln stehen sie früher oder später vor einem Dokument das über sehr viel entscheidet – dem Kaufvertrag!

00:00:36: Viele dieser Verträge sind sauber formuliert und nachvollziehbar, manche sind unklar ohne böse Absicht.

00:00:42: Und wie der andere enthalten Regelungen deren Tragweite sich erst auf den zweiten Blick erschließt.

00:00:48: Genau darüber sprechen wir heute über Vertragsklauseln beim Bestandsverkauf die sie kennen sollten und über Signale im Verhandlungsprozess Die ihnen zeigen können wo echte Risiken liegen.

00:01:04: Wer seinen Maklerbestand oder sein Maklerunternehmen verkauft bekommt irgendwann einen Kaufvertragsentwurf vorgelegt, ein Dokument das Sie vollständig lesen sollten und zwar selbst.

00:01:15: Das meiste was sie darin finden ist legitim und nachvollziehbar doch es gibt Passagen die besondere Aufmerksamkeit verdienen nicht unbedingt weil sie falsch sind sondern weil sie Auswirkungen haben können die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind.

00:01:34: kritisch wird es vor allem dann wenn ein Käufer bestimmte Vertragsgestaltungen einseitig vorgibt oder alternative Regelungen gar nicht erst zur Diskussion stellt.

00:01:44: Nicht jeder einzelne Punkt ist automatisch ein Wahnsignal.

00:01:48: Häufig ist es die Kombination mehrerer Regelung oder Direktion auf ihre Einwände, die zeigt wie hoch das Risiko tatsächlich ist.

00:01:56: Manche Hinweise tauchen sogar schon lange vor dem eigentlichen Vertrag auf – etwa dann wenn beiläufig gefragt wird ob sie einen spezialisierten Anwalt- oder Steuerberater an ihrer Seite haben oder wie viel Erfahrung sie mit Unternehmensverkäufen besitzen.

00:02:11: Solche Fragen dienen nicht nur der Information, Sie helfen der Gegenseite einzuschätzen, wie professionell sie vorbereitet sind und wie groß der Handlungsspielraum in den Verhandlungen sein könnte.

00:02:25: Ähnlich verhält es sich bei der sogenannten Due Diligence.

00:02:28: Wenn Fragen gestellt werden die keinen klaren Bezug zu ihrem Bestand haben kann das ein Zeichen dafür sein dass andere Ziele verfolgt werden als reine Informationsgewinnung.

00:02:39: Ein klassisches Beispiel für mögliche Risiken sind variable Kaufpreiskomponenten, also Zahlungsbestandteile die erst später fällig werden.

00:02:47: Diese sind im Markt durchaus üblich und grundsätzlich kein Problem.

00:02:51: Kritisch wird es jedoch wenn der Käufer die Bedingungen allein beeinflussen kann.

00:02:57: Stellen Sie sich vor ein Teil des Kaufpreises wird nur dann ausgezahlt wenn nach drei Jahren noch ein bestimmter Prozentsatz ihres ursprünglichen Bestands vorhanden ist.

00:03:07: Wenn der Käufer in dieser Zeit Verträge aktiv in andere Produkte umstellt, ist der Bestand zwar formal noch vorhanden aber es handelt sich nicht mehr um denselben Bestand.

00:03:17: Die vereinbarte Schwelle wird dann möglicherweise nicht erreicht und der restliche Kaufpreis wird nie fällig.

00:03:23: Sie als Verkäufer hätten in diesem Fall kaum eine Handhabe.

00:03:28: Auch sogenannte Mitwirkungspflichten nach der Bestandsübertragung sind grundsätzlich üblich.

00:03:34: Problematisch wird es jedoch wenn im Vertrag lediglich steht, dass sie für eine bestimmte Zeit zur Verfügung stehen müssen ohne klare Beschreibung der Leistungen, ohne definierte Stundenzahl und ohne Vergütungsregelung.

00:03:48: In solchen Situationen stellt sich schnell die Frage wer entscheidet eigentlich ob Sie Ihre Verpflichtung erfüllt haben oder nicht?

00:03:56: Genau hier entsteht erhebliches Streitpotenzial mit möglicherweise spürbaren finanziellen Folgen.

00:04:03: Besonders sensibel sind auch Garantien, die Sie als Verkäufer abgeben sollen.

00:04:07: Wenn sie beispielsweise bestätigen sollen dass alle Verträge ihres Bestands unter vollständiger Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorgaben zustande gekommen sind übernehmen sie damit eine Haftung für etwas das in dieser Absolutheit kaum jemand garantieren kann.

00:04:24: Ähnliches gilt wenn sie verpflichtet werden sollen für die Folgen berechtigter Kunden-Reklamationen persönlich einzustehen und dem Käufer Schäden zu ersetzen.

00:04:33: Solche Klauseln können dazu führen, dass ihre Haftung zeitlich und finanziell unbegrenzt wird.

00:04:41: Eine einfache und sehr wirkungsvolle Maßnahme um die Absichten eines Käufers besser einschätzen zu können ist das Einfordern klare Haftungslimits sowohl inzeitlicher als auch im monetärer Hinsicht.

00:04:54: Die Reaktion auf eine solche Forderungen ist oft aufschlussreicher als jede einzelne Vertragsklausel.

00:05:00: wer faire und transparent absichten hat wird in der Regel bereit sein, über angemessene Begrenzungen zu sprechen.

00:05:08: Wer dagegen pauschal ablehnt oder nicht verhandeln möchte setzt damit ebenfalls ein deutliches Signal.

00:05:16: Am Ende zeigt sich das der herzliche Risiko selten an einem einzigen Punkt im Vertrag – es zeigt sich in der Kombination mehrerer Regelung und vor allem in der Haltung der Verhandlungspartnergammen gegenüber berechtigten Gegenforderungen.

00:05:33: Ein Bestandsverkauf ist keine Routinegeschäft.

00:05:35: Es ist eine strategische Entscheidung mit langfristigen Folgen finanziell, rechtlich und persönlich.

00:05:41: Deshalb lohnt es sich genau hinzusehen Fragen zu stellen und professionelle Unterstützung einzubeziehen bevor sie unterschreiben.

00:05:51: Wenn Sie sich intensiver mit der Nachfolgeplanung oder dem Verkauf Ihres Bestands beschäftigen finden Sie weitere Informationen und Praxisbeiträge auf askcompact.de.

00:06:02: Vielen Dank, dass Sie heute bei volle Deckung dabei waren.

00:06:06: Bleiben sie informiert?

00:06:07: Bleiben Sie aufmerksam und sorgen Sie gut für Ihre Zukunft!

00:06:11: Bis zur nächsten

00:06:21: Folge!

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