Folge 63 - Wer haftet beim Einsatz von KI in der Beratung?
Shownotes
Künstliche Intelligenz kann Vermittlerinnen und Vermittler im Arbeitsalltag entlasten. Doch sobald KI in Beratungsprozesse eingebunden wird, stellen sich wichtige Haftungsfragen. In dieser Folge von Volle Deckung geht es darum, warum die Verantwortung weiterhin beim Vermittler liegt, weshalb KI Ergebnisse kritisch geprüft werden müssen und warum ein Gespräch mit dem eigenen VSH Versicherer sinnvoll sein kann.
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00:00:00: Volle Deckung!
00:00:09: Willkommen beim ASKOMPAKT Podcast für die Versicherungs- und Finanzbranche.
00:00:13: Willkommen zu Volle Deckungen dem ASKомpakt Podcast, für die Versecherungsbranche.
00:00:19: Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein Zukunftsthema.
00:00:23: auch in der Versicherumsvermittlung wird sie ausprobiert getestet und an vielen Stellen bereits eingesetzt zum Beispiel beim Sortieren von Informationen, beim Erstellen von Texten bei der Vorbereitung von Kundengesprächen oder bei der Auswertung von Daten.
00:00:39: Das klingt zunächst nach einer großen Entlastung, gerade in Zeiten von Fachkräftemangel steigender Regulierung und wachsendem Verwaltungsaufwand kann KI helfen, Prozesse schneller und effizienter zu gestalten.
00:00:52: Doch je näher KI an die eigentliche Beratung rückt, desto wichtiger wird eine zentrale Frage – wer haftet wenn etwas schiefläuft?
00:01:00: Genau darum geht es in dieser Folge.
00:01:03: Grundlage ist ein Fachartikel von Dr.
00:01:05: Frank Baumann, Fachanwalt für Versicherungsrecht bei der Kanzlei Walter Hoppenberg und Dr.
00:01:11: Hans Georg Jensen Rechtsanwaltung und ehemaliger Geschäftsführender Vorstand beim BDVM auf askcompact.de.
00:01:19: Die erste wichtige Einordnung lautet KI kann unterstützen aber sie ersetzt nicht die fachliche Verantwortung des Vermittlers.
00:01:26: In der Praxis kann künstliche Intelligenz sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, Daten zu sammeln, Informationen zu strukturieren oder erste Entwürfe vorzubereiten.
00:01:37: Schwieriger wird es, wenn aus diesen Informationen konkrete Empfehlungen für Kunden abgeleitet werden sollen – denn Beratung ist mehr als das Zusammenführen von Fakten!
00:01:47: Es geht um Einordnung, um Erfahrung, um den individuellen Bedarf des Kunden und eine fachliche Bewertung.
00:01:55: Gerade bei Versicherungsmarklern ist diese Bewertung entscheidend.
00:01:58: Ein Markler schuldet seinem Kunden nicht nur irgendeine Empfehlung, sondern eine rechtlich und fachlich ordnungsgemäße Beratung.
00:02:07: Diese Pflicht ergibt sich aus dem Maklervertrag und aus den gesetzlichen Vorgaben.
00:02:12: Wer dabei ein Hilfsmittel nutzt bleibt dennoch für das Ergebnis verantwortlich.
00:02:16: Das bedeutet auch wenn KI eingesetzt wird bleibt die Verantwortung grundsätzlich beim Vermittler.
00:02:22: Ein Beispiel macht es deutlich Wenn ein Markler eine Vergleichsplattform oder ein KI gestütztes System nutzt und dabei einen geeigneter Versicherer nicht berücksichtigt wird, hilft es im Verhältnis zum Kunden wenig auf das System zu verweisen.
00:02:37: Der Kunde erwartet eine korrekte Beratung.
00:02:41: Fehler des eingesetzten Werkzeugs können dem Vermittler zugerechnet werden.
00:02:46: Das ist im Grunde nicht neu.
00:02:47: auch andere Hilfsmittel entlasten den Beratern nicht automatisch von seiner Verantwortung.
00:02:52: Wer ein Muster eine Software oder eine interne Vorarbeit nutzt, muss das Ergebnis prüfen.
00:02:59: Bei KI gilt dasselbe!
00:03:01: Der Vermittler muss sich so verhalten als hätte er das Ergebnis selbst erstellt und fachlich kontrolliert.
00:03:07: Interessant wird es allerdings bei der Frage ob der Vermittlern anschließend Rückgriff beim Anbieter der KI-Lösung nehmen kann – also Kann der Vermitter den Anbiter oder Entwickler haftbar machen wenn die KI fehlerhaft arbeitet?
00:03:22: oder zugesicherte Eigenschaften nicht erfüllt.
00:03:25: Grundsätzlich ist das denkbar.
00:03:27: Ob es im konkreten Einzelfall gelingt, ist aber offen!
00:03:31: Viele Anbieter arbeiten mit weitreichenden Haftungsausschlüssen.
00:03:35: Dadurch kann ein großer Teil des Risikos beim Nutzer verbleiben.
00:03:39: Für Vermittler bedeutet das der Blick in die Vertragsbedingungen des KI-Anbieters ist ebenso wichtig wie der Blick auf die praktische Leistungsfähigkeit der Lösung.
00:03:50: Ein weiterer Punkt ist besonders wichtig.
00:03:53: KI-Ergebnisse müssen immer kritisch geprüft werden, denn Fehler entstehen nicht nur weil ein System technisch versagt.
00:04:02: Fehler können auch durch unklare oder missverständliche Eingaben entstehen – schon kleine Unterschiede in der Fragestellung können zu deutlich anderen Ergebnissen führen!
00:04:11: Wer mit KI arbeitet kennt dieses Phänomen aus der Praxis.
00:04:15: Eine ungenaue Eingabe führt schnell zu einer ungenauen Antwort.
00:04:19: Deshalb reicht es nicht, ein KI-Ergebnis ungeprüft zu übernehmen.
00:04:24: Vermittler sollten prüfen ob die Antwort plausibel ist, ob wesentliche Punkte fehlen und ob das Ergebnis zum konkreten Kundenfall passt.
00:04:32: Das gilt besonders bei spezialisierten Marklerbetrieben.
00:04:36: Viele Vermittlern arbeiten in klar abgegrenzten Zielgruppen oder Branchen.
00:04:40: Sie kennen die Besonderheiten ihrer Kunden sehr genau.
00:04:44: Eine KI-Lösung bildet diese Spezialisierung aber nicht automatisch ab.
00:04:49: Was für einen Standardfall brauchbar ist, kann für eine bestimmte Zielgruppe unpassend oder sogar falsch sein.
00:04:56: Die Auswahl einer KI-Lösung sollte deshalb genauso sorgfältig erfolgen wie die Auswahl jedes anderen fachlichen Werkzeugs – passt das System zum eigenen Geschäftsmodell?
00:05:07: Passt es zum konkreten Einsatz weg, liefert es nachvollziehbare Ergebnisse und kann der Vermittler die Ergebnisse ausreichend überprüfen?
00:05:15: KI kann also helfen Aber sie nimmt dem Vermittler nicht die fachliche Bewertung ab.
00:05:21: Neben der Haftung gegenüber den Kunden stellt sich außerdem eine versicherungsrechtliche Frage, ist der Einsatz von KI durch die eigene Vermögensschadenhaftpflicht gedeckt?
00:05:31: Auch hier ist Vorsicht geboten.
00:05:33: Markler verfügen über eine Vermögen- schadenhaft Pflichtversicherung um berufliche Haftungsrisiken abzusichern.
00:05:41: Wenn KI nun in Beratungsprozesse eingebunden wird kann sich das Risikoprofil verändern besonders dann, wenn KI Aufgaben übernimmt die bisher von Menschen ausgeführt wurden.
00:05:53: Deshalb ist eine Abstimmung mit dem eigenen VSH Versicherer ratsam.
00:05:58: Vermittler sollten klären ob und in welchem Umfang der KI-Einsatz vom bestehenden Versicherungsschutz umfasst ist zu lassen sich mögliche Deckungslücken vermeiden.
00:06:07: dabei geht es nicht nur um eine formale Frage.
00:06:10: Bei Abschluss oder Anpassung einer Vermögensschadenhaftpflicht machen Unternehmen regelmäßig Angaben zur eigenen Struktur, etwa dazu wie viele Personen beratend tätig sind.
00:06:22: Wenn künftig KI-Systeme in Prozesse eingebunden werden die bislang Mitarbeitenden zugeordnet waren kann das für den Versicherer relevant sein.
00:06:31: ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Transparenz gegenüber Kunden.
00:06:35: muss der Kunde darüber informiert werden dass KI im Beratungsprozess eingesetzt wird.
00:06:42: Aus rechtlicher Sicht spricht viel dafür, dass eine solche Information erforderlich sein kann vor allem dann wenn KI die Beratung Grundlage beeinflusst oder wenn Entscheidungen teilweise auf automatisierten Auswärtungen beruhen.
00:06:56: der Kunde sollte wissen auf welcher Grundlage Empfehlungen entstehen.
00:07:00: das bedeutet nicht zwingt dass jeder interne Arbeitsschritt im Detail offen gelegt werden muss aber wenn KI Eine relevante Rolle im Beratungsprozess spielt, sollte der Vermittler transparent damit umgehen.
00:07:13: Besonders dann wenn die Nutzung der KI Auswirkungen auf die Art den Umfang oder die Grundlage der Beratung hat.
00:07:20: Für die Praxis ergibt sich daraus ein klarer Dreiklang.
00:07:23: Erstens KI kann Prozesse erleichtern Er setzt aber nicht die persönliche Verantwortung des Vermittlers.
00:07:30: Zweitens KI-Ergebnisse müssen fachlich geprüft werden.
00:07:35: Plausibilität, Vollständigkeit und Passgenauigkeit zum Kundenfall bleiben entscheidend.
00:07:42: Drittens – Vermittler sollten sowohl den eigenen Versicherungsschutz als auch die Transparenz gegenüber Kunden im Blick behalten.
00:07:50: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz steht in der Versicherungsvermittlung noch am Anfang.
00:07:56: Die Entwicklung wird weitergehen und die Möglichkeiten werden größer werden.
00:08:00: Gleichzeitig werden auch die rechtlichen und praktischen Fragen zunehmen!
00:08:05: Gerade deshalb ist es wichtig, künstliche Intelligenz nicht nur als Effizienzwerkzeug zu betrachten sondern auch als neues Risiko fällt.
00:08:13: Wer KI bewusst auswählt sauber einbindet und Ergebnisse sorgfältig prüft kann von den Vorteilen profitieren.
00:08:21: Wer sich blind auf Systeme verlässt läuft Gefahr neue Haftungsrisiken zu schaffen.
00:08:26: Für Versicherungsmarkler und Vermittler heißt das Künstlicheintelligenz darf ein Assistenz sein die Verantwortung bleibt aber bei Menschen.
00:08:33: Das war volle Deckung der AssKompakt Podcast.
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