Folge 68 - Wie schlägt sich ChatGPT als Versicherungsberater?
Shownotes
Immer mehr Menschen lassen sich beim Thema Versicherungen von künstlicher Intelligenz unterstützen. Doch wie gut berät eine KI wirklich? In dieser Folge von Volle Deckung werfen wir einen Blick auf einen aktuellen Praxistest: Ein Analysehaus hat ausprobiert, wie ChatGPT bei der Beratung zu einer Hausratversicherung abschneidet. Mit einem Ergebnis, das die Experten selbst als überraschend bezeichnen.
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00:00:00: Heute geht es um ein Thema, das gerade richtig Fahrt aufnimmt.
00:00:17: Künstliche Intelligenz in der Versicherungsberatung und die Zahlen zeigen wie schnell sich das Interesse daran entwickelt.
00:00:24: Laut einer aktuellen Umfrage würde sich mittlerweile gut jeder zweite Verbraucher gerne von einem intelligenten System beim Ausfüllen eines Versicherungen antrags helfen lassen.
00:00:34: Im Vorjahr war es noch deutlich weniger.
00:00:37: Auch beim Thema Tarifanalyse zeigt sich ein ähnliches Bild.
00:00:41: Fast jeder Zweite könnte sich vorstellen, dass eine Software bestehende Polissen prüft und Alternativen vorschlägt.
00:00:48: Und auch bei ganz konkreten Fragen zum bestehenden Versicherungsschutz würde ein guter Teil der Menschen gerne auf ein solches Tool setzen.
00:00:56: Besonders stark gewachsen ist das Interesse an einem anderen Einsatzbereich Der Schadenschätzung.
00:01:01: per Foto Konnte man sich das vor einem Jahr nur bei etwa einem Viertel der Befragten vorstellen, ist es inzwischen bei fast vier von zehn Menschen der Fall.
00:01:10: Trotzdem bleibt die große Mehrheit skeptisch wenn es um die Qualität der Empfehlungen geht.
00:01:16: Nur eine kleine Minderheit ist überzeugt dass eine Maschine passendere Vorschläge machen kann als ein Mensch.
00:01:23: und immerhin schon jeder zehnte Verbraucher in Deutschland hat vor einem Versicherungsabschluss tatsächlich schon einmal ein solches System zur Rate gezogen.
00:01:33: Genau an diesem Punkt setzt der Praxistest an, um den es heute geht.
00:01:38: Ein Analysehaus wollte wissen wie gut berät die Technologie wirklich wenn es um eine ganz konkrete Versicherung geht in diesem Fall die Hausratversicherung?
00:01:47: Der Auftrag an das System war einfach formuliert Stelle bis zu fünf Fragen um den Bedarf herauszufinden und empfehle anschließend passende Produkte.
00:01:57: Und tatsächlich Die Antwort viel überraschend strukturiert aus.
00:02:01: Es fragte zunächst nach der Wohnfläche dann, wie hochwertig der Hausrat ungefähr einzuschätzen ist ob er einfach gehoben oder hochwertigt ausgestattet?
00:02:10: Als Drittes ging es um besondere Risiken und Bedürfnisse zum Beispiel ein teures Fahrrad Technik fürs Home Office oder eine Wohnung im Erdgeschoss.
00:02:21: die vierte Frage drehte sich um das persönliche Verhältnis von Preis und Leistung Und zum Schluss wurde gefragt, welchen Eigenanteil man im Schadenfall selbst tragen möchte.
00:02:32: Auf Basis dieser fünf Antworten stellte der Algorithmus ein Profil zusammen und empfahl passende Produkte.
00:02:38: Die Experten haben diese Empfehlung anschließend genau unter die Lupe genommen mit professionellen Vergleichswerkzeugen sowohl bei den Versicherungsbedingungen als auch bei der Prämienberechnung.
00:02:50: Das Fazit war grundsätzlich positiv!
00:02:52: Die Empfehlung passte im Kern zum ermittelten Bedarf.
00:02:56: Die fünf Fragen waren gut gewählt und ergaben eine brauchbare Tendenz.
00:03:00: Besonders gelobt wurde, dass die Bedarfsermittlung geordnet ablieft und nachvollziehbar war.
00:03:06: Auch die Begründungen zu den vorgeschlagenen Produkten waren plausibel – bei der Auswahl relevanter Risiken etwa Fahrrad-, Einbruch- oder grobe Fahrlässigkeit traf das Tool ins Schwarze.
00:03:19: Aber es gab auch deutliche Kritikpunkte!
00:03:21: Es stellte keine vertiefenden Rückfragen, blieb also an der Oberfläche.
00:03:26: Bei der Bewertung von Preis und Leistungen wurden Vorschäden und individuelle Rabatte gar nicht berücksichtigt.
00:03:33: Feine Unterschiede in den Leistungen auf Detail-Ebene fehlten komplett, auch die Reihenfolge der Empfehlungen wich von der Einordnung nach anerkannten Bewertungsmaßstäben ab.
00:03:44: Ein noch größeres Problem – Die meisten öffentlich zugänglichen Systeme haben schlicht kein Zugriff auf aktuelle Tarife, Bedingungswerke oder Annahme Richtlinien.
00:03:54: Die Empfehlungen basieren auf Trainingsdaten, nicht auf dem tatsächlichen aktuellen Marktangebot hinzukommen fehlende Transparenz bei den Produkten und mangelnde Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse.
00:04:06: Was heißt das nun unterm Strich?
00:04:08: Ein solches Tool kann heute durchaus als erste Orientierungshilfe dienen quasi als digitaler Erstkontakt in der Produktwelt.
00:04:16: für eine wirklich bedarfsgerechte Empfehlung braucht es aber deutlich mehr Tiefe bei der Datenerhebung, und bei der Berücksichtigung individueller Lebensumstände.
00:04:27: Und dann ist da noch das Thema Haftung, passt der vorgeschlagene Tarif am Ende nicht zum tatsächlichen Bedarf übernimmt niemand die Verantwortung für diese Fehlempfehlung?
00:04:37: Und genau hier liegt der Mehrwert einer professionellen Beratung wie es die Experten selbst zusammenfassen.
00:04:44: Berater prüfen die Ergebnisse hinterfragen die Vorschläge und schärfen die Empfehlungen dort nach wo es nötig.
00:04:52: Das war's für heute bei volle Deckung dem Podcast von ASKOMPAKT.
00:04:56: Bis zur nächsten Folge!
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