Neue Folge 69 - AV-Reform: Was Vermittler und Anbieter jetzt beachten solltenEpisode

Shownotes

Die AV-Reform öffnet die geförderte Altersvorsorge für neue Produkte und Anbieter, doch der eigentliche Erfolg entscheidet sich erst jetzt. Dr. Andreas Kick vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung erklärt, worauf Vermittler und Kunden in den kommenden Monaten achten sollten und warum das AV-Depot zwar ein wichtiger Baustein, aber keine Gesamtstrategie ist.

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00:00:00: Volle Deckung!

00:00:09: Willkommen beim ASKOMPAKT Podcast für die Versicherungs- und Finanzbranche.

00:00:13: Willkommen bei Volle Deckungen dem Podcast von ASCOMPAKTT.

00:00:17: Heute geht es um ein Thema, das die Branche in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen wird – die Reform der privat geförderten Altersvorsorge.

00:00:27: Ab dem Jahr twenty-seven soll eine neue Generation geförderter Altersversorgeprodukte an den Start gehen.

00:00:35: Die neue Förderung orientiert sich künftig stärker an den tatsächlich geleisteten Beiträgen.

00:00:41: Gleichzeitig entfällt der bisherige Garantietzwang und auch bei der späteren Auszahlung bekommen Anbieter und Kunden deutlich mehr Flexibilität, damit öffnet sich die geförderte Altersvorsorge für neue Produktkonzepte und neue Anbieder.

00:00:57: Die politische Arbeit an der Reform ist weitgehend abgeschlossen – die eigentliche Bewährungsprobe beginnt aber jetzt erst richtig!

00:01:04: Ob die Reform gelingt, entscheidet sich nicht allein im Gesetzestext sondern in den Produkten, die daraus entstehen.

00:01:11: In der Einordnung durch die Beratung und letztlich in den Entscheidungen der Kundinnen und Kunden.

00:01:16: Dr.

00:01:17: Andreas Kick Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge- und Finanzplanung nennt er zu fünf Punkte, die besonders wichtig sind.

00:01:24: Erstens Vorbereitung schlägt Schnellschüsse.

00:01:28: Die Reform eröffnet zwar neue Möglichkeiten, das bedeutet aber nicht dass bestehende Riester-Verträge automatisch an Wert verlieren.

00:01:36: Gerade ältere Verträge enthalten oft Garantien oder günstige Vertragsmerkmale etwa eine attraktive Garantiverzinsung oder vorteilhafte Verrentungskonditionen die auch künftig wertvoll bleiben können.

00:01:49: Für viele Kundinnen und Kunden wird deshalb die Frage wichtig, ob sie ihren bestehenden Vertrag unverändert fortführen – ihn mit neuer Fördersystematik weiterlaufen lassen oder einen Wechsel in die neue Produktwelt prüfen sollten.

00:02:03: Pauschale Antworten gibt es darauf nicht!

00:02:05: Umso wichtiger ist, dass Beraterinnen und Berater ihre Bestände frühzeitig analysieren und für unterschiedliche Kundengruppen passende Handlungsoptionen vorbereiten.

00:02:15: Es geht nicht darum, möglichst viele Verträge auszutauschen sondern für jeden Kunden die passende Lösung zu finden.

00:02:22: Zweitens gute Reformen garantieren noch keine guten Produkte!

00:02:27: Die grundlegenden Leitplanken stehen zwar fest ob daraus aber wirklich attraktive Altersvorsorge-Lösungen entstehen hängt jetzt von der konkreten Umsetzung ab.

00:02:35: das gilt besonders für das Altersversorgendepot mit dem derzeit hohe Erwartungen verbunden werden.

00:02:41: Mehr Renditechancen, mehr Flexibilität und niedrigere Kosten klingen vielversprechend.

00:02:47: Wie sich das aber in den konkreten Produkten widerspiegeln wird lässt sich heute noch nicht abschließend sagen.

00:02:53: Entscheidend wird sein wie die Anbieter die neuen Möglichkeiten nutzen.

00:02:58: Kosten, Kapitalanlage, Transparenz und die Ausgestaltung der Auszahlungsphase werden maßgeblich darüber entscheiden ob die Reform bei den Kundinnen und Kunden als Erfolg ankommt.

00:03:11: Die Reform eröffnet damit vor allem einen Qualitätswettbewerb von dem Kundinnen und Kunden profitieren können, wenn die neuen Spielräume für wirklich bessere und verständlichere Lösungen genutzt werden.

00:03:23: Drittens – das AV-Depot ist ein Baustein keine Strategie!

00:03:29: Es kann für viele Kundinnen oder Kunden attraktiv sein wird aber weder für jeden die passende Lösung sein noch die individuelle Vorsorge und Finanzplanung ersetzen.

00:03:39: Genau diese Einordnung wird in den kommenden Monaten wichtig, denn die öffentliche Diskussion kann leicht den Eindruck erwecken.

00:03:46: Die Vorsorgefrage ließe sich künftig mit einem einzigen Produkt beantworten.

00:03:52: Das deutsche Alterssicherungssystem baut nicht ohne Grund auf drei Schichten auf.

00:03:57: Von der Basisversorgung zu der neben der gesetzlichen Rentenversicherung auch die Basisrente zählt über die betriebliche Altersversorgungen bis hin zur privaten Vorsorge erfüllen die einzelnen Schichten unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig.

00:04:13: Daran ändert auch die AV-Reform nichts!

00:04:17: Die neuen Möglichkeiten erweitern den Werkzeugkasten der privaten Altersvorsorge, sie ersetzen aber nicht die individuelle Analyse der persönlichen Versorgungssituation.

00:04:27: Viertens – die größte Chance der Reform liegt vielleicht gar nicht im einzelnen Produkt sondern in der Aufmerksamkeit, die das Thema Altersvorsorge derzeit bekommt.

00:04:38: Selten wurde so intensiv über private Altersversorge diskutiert wie aktuell.

00:04:43: Entscheidend wird jetzt sein diese Aufmerksamkeit zu nutzen!

00:04:46: Wenn die aktuelle Diskussion dazu beiträgt Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und Menschen stärker für ihre finanzielle Zukunft zu sensibilisieren kann die Reform weit über neue Vertragsabschlüsse hinaus wirken.

00:05:00: Sie sollte nicht allein daran gemessen werden, wie viele neue Verträge zustande kommen.

00:05:04: Sondern auch daran ob sie Menschen wieder stärker dazu bringt sich mit ihrer Altersvorsorge auseinanderzusetzen.

00:05:11: Fünftens Orientierung schafft Vertrauen.

00:05:14: Die Reform schafft neue Möglichkeiten.

00:05:17: Ob daraus aber bessere Entscheidungen entstehen hängt maßgeblich davon ab ob Kundinnen und Kunden diese Möglichkeiten auch verstehen und einordnen können.

00:05:27: Orientierung Transparenz und Vergleichbarkeit werden deshalb wichtiger denn je.

00:05:32: Dafür braucht es gute Beratung, verständliche Informationen und geeignete Orientierungshilfen.

00:05:39: Das Institut für Vorsorge- und Finanzplanungen begleitet diese Entwicklung unter anderem mit Ratings- und Softwarelösungen wie dem Fördervergleichsrechner die Transparens schaffen und unterschiedliche Lösungswege vergleichbar machen.

00:05:53: Solche Instrumente ersetzen keine Beratung, sie können aber dazu beitragen fundierte Entscheidungen zu treffen und Kundengespräche auf eine belastbare Grundlage zu stellen.

00:06:03: Auch die Anbieter müssen sich daran messen lassen ob Sie wirklich Orientierung schaffen oder nur Produktversprechen formulieren.

00:06:11: Wer verständlich kommuniziert für wen eine Lösung geeignet ist und für wen nicht stärkt Vertrauen!

00:06:18: Und Vertrauen in der Altersvorsorge mindestens so wichtig, wie Rendite Chancen vielleicht sogar wichtiger.

00:06:25: Zum Fazit – die Reform ist eine Chance aber kein Selbstläufer!

00:06:30: Ob sie ihr Potenzial entfalten kann wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

00:06:35: Entscheidend ist, wie die neuen Spielräume genutzt werden und ob die Reform Menschen tatsächlich dazu bewegt, sich stärker mit ihrer Altersvorsorge auseinanderzusetzen.

00:06:45: Das Ziel sollte nicht sein, möglichst vielen Menschen möglichst schnell ein neues Produkt zu vermitteln.

00:06:51: Das Ziel muss sein, möglichst viele Menschen anständig für das Alter aufzustellen.

00:06:56: Wenn die Reform dazu beiträgt, wäre sie mehr als nur ein Nachfolger der Riesterrente.

00:07:01: Der neue Rahmen steht – ob daraus bessere Altersvorsorge entsteht, entscheidet sich jetzt!

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